RINKE TREUHAND GmbH Wirtschaftsprüfungegesellschaft Steuerberatungsgesellschaft

Konjunkturpaket der Bundesregierung

zur Bekämpfung der Corona-Folgen (Ergebnis Koalitionsausschuss 3. Juni 2020)

 

Wichtigste Punkte:

Kurzarbeitergeld

  •    Im September im Lichte der pandemischen Lage wird eine verlässliche Regelung für den Bezug von Kurzarbeitergeld ab dem 1. Januar 2021 von der Bundesregierung vorgelegt.

Quelle: Bundesfinanzministerium

 

Programm für Überbrückungshilfen

(Antragsfrist ausgelaufen. Aktuell: >>> Phase 2)

  •    Die Überbrückungshilfe wird für die Monate Juni bis August gewährt.
  •    Antragsberechtigt sind Unternehmen, deren Umsätze Corona-bedingt im April und Mai 2020 um mindestens 60 % gegenüber April und Mai 2019 rückgängig gewesen sind und deren Umsatzrückgänge in den Monaten Juni bis August 2020 um mindestens 40 % fortdauern.
  •    Erstattet werden bis zu 40 % der fixen Betriebskosten bei einem Umsatzrückgang von mindestens 40 % gegenüber Vorjahresmonat.
  •    Bei einem Umsatzrückgang von mehr als 70 % können bis zu 80 % der fixen Betriebskosten erstattet werden. Maximal € 150.000,00 für drei Monate.

Anlage 1: Programm für Überbrückungshilfen

Gewerbesteuer

  •    Anhebung des Ermäßigungsfaktors bei Einkünften aus Gewerbebetrieb auf das Vierfache des Gewerbesteuer-Messbetrags (vorher das 3,8 fache).
  •    Der gewerbesteuerliche Freibetrag für die existierenden Hinzurechnungstatbestände wird auf € 200.000,00 erhöht (vorher € 100.000,00).

Quelle: Bundesfinanzministerium

 

Einkommen- sowie Körperschaftsteuer
  •    Der steuerliche Verlustrücktrag wird - gesetzlich - für die Jahre 2020 und 2021 auf maximal € 5 Mio. bzw. € 10 Mio. (bei Zusammenveranlagung) erweitert. Es wird ein Mechanismus eingeführt, wie dieser Rücktrag unmittelbar finanzwirksam schon in der Steuererklärung 2019 nutzbar gemacht werden kann.
  •    Die degressive Abschreibung wird wiedereingeführt. Sie erfolgt in Höhe von 2,5 gegenüber der derzeit geltenden AfA und maximal 25 % Prozent pro Jahr für bewegliche Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens in den Steuerjahren 2020 und 2021.

Quelle: Bundesfinanzministerium

Novemberhilfe:
Auszug aus der Pressemitteilung vom 05.11.2020

„Die außerordentliche Wirtschaftshilfe für den Monat November 2020 bietet eine weitere zentrale Unterstützung für Unternehmen, Betriebe, Selbständige, Vereine und Einrichtungen, die von den aktuellen Corona-Einschränkungen besonders betroffen sind. Weitere Details und Bedingungen der Hilfen stehen jetzt fest.

Für die außerordentliche Wirtschaftshilfe gelten folgende Rahmenbedingungen:

1. Gesamtvolumen: Die außerordentliche Wirtschaftshilfe wird ein Finanzvolumen von voraussichtlich ca. 10 Milliarden Euro haben.

2. Antragsberechtigung: Antragsberechtigt sind direkt von den temporären Schließungen betroffene Unternehmen, Betriebe, Selbständige, Vereine und Einrichtungen und indirekt betroffene Unternehmen nach folgender Maßgabe:

Direkt betroffene Unternehmen: Alle Unternehmen (auch öffentliche), Betriebe, Selbständige, Vereine und Einrichtungen, die auf der Grundlage des Beschlusses des Bundes und der Länder vom 28. Oktober 2020 erlassenen Schließungsverordnungen der Länder den Geschäftsbetrieb einstellen mussten. Hotels zählen als direkt betroffene Unternehmen.

Indirekt Betroffene Unternehmen: Alle Unternehmen, die nachweislich und regelmäßig 80 Prozent ihrer Umsätze mit direkt von den Schließungsmaßnahmen betroffenen Unternehmen erzielen.

Verbundene Unternehmen – also Unternehmen mit mehreren Tochterunternehmen oder Betriebstätten – sind dann antragsberechtigt, wenn mehr als 80 Prozent des verbundweiten Gesamtumsatzes auf direkt oder indirekt betroffene Verbundunternehmen entfällt. Erstattet werden bis zu 75 Prozent des Umsatzes der betroffenen Verbundunternehmen. Dies betrifft etwa eine Holdinggesellschaft, die sowohl Restaurants (geschlossen) und Einzelhandelsunternehmen (weiter geöffnet) hält – hier wird die Nothilfe gezahlt, wenn die Restaurants zu mehr als 80 Prozent des Umsatzes der Holdinggesellschaft beitragen.

3. Welche Förderung gibt es? Mit der Novemberhilfe werden Zuschüsse pro Woche der Schließungen in Höhe von 75 Prozent des durchschnittlichen wöchentlichen Umsatzes im November 2019 gewährt bis zu einer Obergrenze von 1 Mio. Euro, soweit der bestehende beihilferechtliche Spielraum des Unternehmens das zulässt (Kleinbeihilfenregelung der EU).

Zuschüsse über 1 Millionen Euro bedürfen für die Novemberhilfe noch der Notifizierung und Genehmigung der EU-Kommission. Die Bundesregierung ist derzeit in intensiven Gesprächen mit der Europäischen Kommission, um eine solche Genehmigung für höhere Zuschüsse zu erreichen.

Soloselbstständige können als Vergleichsumsatz alternativ zum wöchentlichen Umsatz im November 2019 den durchschnittlichen Wochenumsatz im Jahre 2019 zugrunde legen. Bei Antragsberechtigten, die nach dem 31. Oktober 2019 ihre Geschäftstätigkeit aufgenommen haben, kann als Vergleichsumsatz der durchschnittliche Wochenumsatz im Oktober 2020 oder der durchschnittliche Wochenumsatz seit Gründung gewählt werden.

4. Anrechnung erhaltener Leistungen: Andere staatliche Leistungen, die für den Förderzeitraum November 2020 gezahlt werden, werden angerechnet. Das gilt vor allem für Leistungen wie Überbrückungshilfe oder Kurzarbeitergeld.

5. Anrechnung von erzielten Umsätzen im Monat November: Wenn im November trotz der grundsätzlichen Schließung Umsätze erzielt werden, so werden diese bis zu einer Höhe von 25 Prozent des Vergleichsumsatzes nicht angerechnet. Um eine Überförderung von mehr als 100 Prozent des Vergleichs-Umsatzes zu vermeiden, erfolgt bei darüberhinausgehenden Umsätzen eine entsprechende Anrechnung.

Für Restaurants gilt eine Sonderregelung, wenn sie Speisen im Außerhausverkauf anbieten. Hier wird die Umsatzerstattung auf 75 Prozent der Umsätze im Vergleichszeitraum 2019 auf diejenigen Umsätze begrenzt, die dem vollen Mehrwertsteuersatz unterliegen, also die im Restaurant verzehrten Speisen. Damit werden die Umsätze des Außerhausverkaufs – für die der reduzierte Mehrwertsteuersatz gilt – herausgerechnet. Im Gegenzug werden diese Umsätze des Außerhausverkaufs während der Schließungen von der Umsatzanrechnung ausgenommen, um eine Ausweitung dieses Geschäfts zu begünstigen. Beispiel: Eine Pizzeria hatte im November 2019 8.000 Euro Umsatz durch Verzehr im Restaurant und 2.000 Euro durch Außerhausverkauf. Sie erhält daher 6.000 Euro Novemberhilfe (75 Prozent von 8.000 Euro), d. h. zunächst etwas weniger als andere Branchen (75 Prozent des Vergleichsumsatzes). Dafür kann die Pizzeria im November 2020 deutlich mehr als die allgemein zulässigen 2.500 Euro (25 Prozent von 10.000 Euro) an Umsatz mit Lieferdiensten erzielen, ohne dass eine Kürzung der Förderung erfolgt.

6. Antragstellung: Die Anträge können in den nächsten Wochen über die bundeseinheitliche IT-Plattform der Überbrückungshilfe gestellt werden (www.ueberbrueckungshilfe-unternehmen.de). Die elektronische Antragstellung muss hierbei durch einen Steuerberater oder Wirtschaftsprüfer erfolgen. Die Auszahlung soll über die Überbrückungshilfe-Plattform durch die Länder erfolgen.

Für Soloselbständige, die nicht mehr als 5.000 Euro Förderung beantragen, entfällt die Pflicht zur Antragstellung über einen prüfenden Dritten. Sie werden unter besonderen Identifizierungspflichten direkt antragsberechtigt sein.“

Weitere Informationen finden Sie unter: www.bmwi.de /Redaktion/DE/FAQ/Novemberhilfen/faq-novemberhilfen.html

 

Überbrückungshilfe 2. Phase
Stand 19.10.2020

Die Überbrückungshilfe wird in den Monaten September bis Dezember fortgesetzt. Dabei werden die Zugangsbedingungen abgesenkt und die Förderung ausgeweitet. Die Anträge für die 2. Phase können voraussichtlich ab Mitte/ Ende Oktober gestellt werden.

Folgende Änderungen am Programm vorgenommen (nähere Informationen sind noch nicht bekannt):

1. Flexibilisierung der Eintrittsschwelle: Zur Antragstellung berechtigt sind künftig Antragsteller, die entweder

  • - einen Umsatzeinbruch von mindestens 50 % in zwei zusammenhängenden Monaten im Zeitraum April bis August 2020 gegenüber den jeweiligen Vorjahresmonaten oder
  • - einen Umsatzeinbruch von mindestens 30% im Durchschnitt in den Monaten April bis August 2020 gegenüber dem Vorjahreszeitraum verzeichnet haben.

2. Ersatzlose Streichung der KMU-Deckelungsbeträge von 9.000 Euro bzw. 15.000 Euro.

3. Erhöhung der Fördersätze. Künftig werden erstattet

  • - 90% der Fixkosten bei mehr als 70% Umsatzeinbruch (bisher 80% der Fixkosten),
  • - 60% der Fixkosten bei einem Umsatzeinbruch zwischen 50% und 70% (bisher 50% der Fixkosten) und
  • - 40% der Fixkosten bei einem Umsatzeinbruch von mehr als 30% (bisher bei mehr als 40% Umsatzeinbruch).

4. Die Personalkostenpauschale von 10% der förderfähigen Kosten wird auf 20% erhöht.

5. Bei der Schlussabrechnung sollen künftig Nachzahlungen ebenso möglich sein wie Rückforderungen.

Die Antragstellung erfolgt auch im neuen Verfahren über einen „prüfenden Dritten“ (Steuerberater, Wirtschaftsprüfer, vereidigter Buchprüfer, Rechtsanwalt)

Quelle: Bundesfinanzministerium

 

Steuersatzänderungen zum 01.07.2020

Umsatzsteuer
  •    Befristet vom 1.7.2020 bis zum 31.12.2020 wird der Umsatzsteuersatz von 19 % auf 16 % und von 7 % auf 5 % gesenkt.

Anlage 2:  Änderungen im Bereich der Umsatzsteuer
Anlage 3: Steuersatzänderungen zum 01.07.2020 (Download pdf 112 KB)

 

Innovationsprämie

  •    Die Prämie des Bundes für ein E-Auto wird verdoppelt. Bspw. bei einem E-Auto mit Nettolistenpreis bis zu € 40.000,00 von € 3.000,00 auf € 6.000,00. Befristet bis 31.12.2021.
  •    Bei der Besteuerung von rein elektrischen Dienstwagen mit 0,25 % wird die Kaufpreisgrenze von € 40.000 auf € 60.000 erhöht.

Quelle: Bundesfinanzministerium

 

Sonstige Maßnahmen

  •    Einmaliger Kinderbonus von € 300,00 pro Kind für jedes kindergeldberechtigte Kind. Dieser Bonus wird mit dem steuerlichen Kinderfreibetrag, vergleichbar dem Kindergeld, verrechnet.
  •    Einmaliges Prämiensystem: Unternehmen (KMU) erhalten für jeden neu geschlossenen Ausbildungsvertrag eine Prämie in Höhe von € 2.000,00. Voraussetzung ist, dass das Ausbildungsangebot des KMU im Verlgeich zu den letzten drei Jahren nicht verringert wird. Solche Unternehmen, die das Angebot sogar erhöhen, erhalten für die zusätzlichen Ausbildungsverträge € 3.000,00.

Quelle: Bundesfinanzministerium

Die Erarbeitung des Merkblattes erfolgt mit großer Sorgfalt. Eine Haftung kann hierfür jedoch nicht übernommen werden.

 

Anlage 1

Programm für Überbrückungshilfen (Bundeshilfe)

Zur Sicherung der Existenz von kleinen und mittelständischen Unternehmen wird für Corona-bedingten Umsatzausfall ein Programm für Überbrückungshilfen aufgelegt. Das Volumen des Programms wird auf maximal € 25 Mrd. festgelegt. Die Überbrückungshilfe wird für die Monate Juni bis August gewährt.

Die Überbrückungshilfe gilt branchenübergreifend, wobei den Besonderheiten der besonders betroffenen Branchen wie Hotel- und Gaststättengewerbe, Caterer, Kneipen, Clubs und Bars, als Sozialunternehmen geführte Übernachtungsstätten wie Jugendherbergen, Schullandheime, Träger von Jugendeinrichtungen des internationalen Jugendaustauschs, Einrichtungen der Behindertenhilfe, Reisebüros, Profisportvereinen der unteren Ligen, Schaustellern, Unternehmen der Veranstaltungslogistik sowie Unternehmen im Bereich um Messeveranstaltungen angemessen Rechnung zu tragen ist.

Antragsberechtigt sind Unternehmen, deren Umsätze Corona-bedingt in April und Mai 2020 um mindestens 60% gegenüber April und Mai 2019 rückgängig gewesen sind und deren Umsatzrückgänge in den Monaten Juni bis August 2020 um mindestens 40% fortdauern.

Bei Unternehmen, die nach April 2019 gegründet worden sind, sind die Monate November und Dezember 2019 heranzuziehen.

Erstattet werden bis zu 40% der fixen Betriebskosten bei einem Umsatzrückgang von mindestens 40% gegenüber Vorjahresmonat. Bei einem Umsatzrückgang von mehr als 70% können bis zu 80% der fixen Betriebskosten erstattet werden.

Der maximale Erstattungsbetrag beträgt € 150.000 für drei Monate.

Bei Unternehmen bis zu fünf Beschäftigten soll der Erstattungsbetrag € 9.000, bei Unternehmen bis 10 Beschäftigten € 15.000 nur in begründeten Ausnahmefällen übersteigen. Geltend gemachte Umsatzrückgänge und fixe Betriebskosten sind durch einen Steuerberater oder Wirtschaftsprüfer in geeigneter Weise zu prüfen und zu bestätigen. Überzahlungen sind zu erstatten.

Die Antragsfristen enden jeweils spätestens am 30.09.2020 und die Auszahlungsfristen am 30.11.2020.

Quelle: https://www.bundesfinanzministerium.de/...

Den Antrag können Sie jedoch nicht – wie bei der Soforthilfe - selbst stellen. Die Beantragung kann ausschließlich über uns, als Ihren Steuerberater über eine zentrale Antragsplattform in einem Onlineverfahren vorgenommen werden.

 

Anlage 2

Änderungen im Bereich der Umsatzsteuer

Um die wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Krise abzumildern, hat sich die Große Koalition am 03.06.2020 auf ein Konjunkturpaket mit einem Volumen von € 130 Mrd. geeinigt. In dem Konjunkturpaket, welches derzeit nur als „Eckpunktepapier“ vorliegt, sind zwei Punkte aus dem Bereich der Umsatzsteuer enthalten, auf die wir hinweisen und Ihre Aufmerksamkeit lenken möchten.

 

Senkung der Steuersätze

Mit dem Ziel „Stärkung der Binnennachfrage in Deutschland“ sollen die Umsatzsteuersätze von 19 % auf 16 % bzw. von 7 % auf 5 % gesenkt werden. Die Senkungen sollen für den Zeitraum vom 01.07.2020 bis zum 31.12.2020 gelten.

Die Umsetzung der Änderungen, insbesondere die erforderlichen Anpassungen in den IT-Systemen, stellt sicherlich eine Herausforderung dar.

Die zeitlich befristeten Änderungen sind noch nicht abschließend verabschiedet worden. Wann eine entsprechende Vorlage eingereicht wird, ist derzeit nicht absehbar. Aufgrund des engen Zeitfensters bis zum 01.07.2020, sollten sich die Unternehmen zeitnah mit den notwendigen Anpassungen auseinandersetzen. Es sind u. a. folgende Punkte zu bedenken:

  •    Die gesenkten Steuersätze gelten nur für den Zeitraum vom 01.07.2020 bis zum 31.12.2020. Für die Frage, welcher Steuersatz anzuwenden ist, ist der Zeitpunkt der Lieferungen/Leistungen entscheidend. Weder der Tag der Rechnungstellung, noch der Tag der Zahlung ist maßgeblich. Für Teilleistungen gilt entsprechendes.
  •    Sofern vor dem 01.07.2020 Entgelte vereinnahmt werden, für welche die Lieferungen/Leistungen erst nach diesem Stichtag erbracht werden (z. B. bei Anzahlungen), müsste auf diese grundsätzlich zunächst der bisherige Steuersatz angewendet werden, wobei dann später bei Leistungserbringung oder ggf. Schlussrechnung auf den abgesenkten Steuersatz zu korrigieren wäre, vorausgesetzt die Leistungserbringung erfolgt bis zum Jahresende.
  •    Wenn nachträglich eine Änderung der Bemessungsgrundlage eintritt, ist die Höhe des anzuwendenden Steuersatzes davon abhängig, wann die zugrundeliegende Lieferung/Leistung ausgeführt wurde. Es ist unerheblich, wann die Änderung eingetreten ist. Jahresboni wären somit zum Beispiel aufzuteilen.
  •    Bei Gutscheinen muss zwischen Einzweck- und Mehrzweckgutscheinen unterschieden werden. Bei Einzweckgutscheinen ist der Zeitpunkt der Ausgabe des Gutscheins für den Steuersatz maßgeblich. Bei Mehrzweckgutscheinen ist entscheidend, wann die Lieferung/Leistung ausgeführt wird.
  •    Verträge, die als Dauer-Rechnung dienen und in denen deshalb ein konkreter Steuersatz und Steuerbetrag ausgewiesen ist, müssen angepasst werden. Ohne eine Anpassung schuldet der Leistende die ausgewiesene Steuer und der Leistungsempfänger ist in Höhe der Steuerdifferenz nicht vorsteuerabzugsberechtigt (Berichtigungsmöglichkeit nach § 31 Abs. 5 UStDV denkbar).
  •    Im Bereich der Eingangsrechnungen sollte verstärkt darauf geachtet werden, dass für Lieferungen/Leistungen, die zwischen dem 01.07.2020 und dem 31.12.2020 ausgeführt wurden, nicht der alte Steuersatz ausgewiesen wird. In Höhe der Differenz würde ein zu hoher Steuerausweis vorliegen. Der Vorsteuerabzug wäre in Höhe der Differenz nicht möglich.
  •    Zudem sind Änderungen in den ERP-Systemen und Kassensystemen vorzubereiten. So kann es, je nach verwendetem System, nötig sein, neue Steuerkennzeichen und neue Konditionssätze anzulegen oder ggf. neue Umsatzkonten mit Steuerautomatik bzw. Vorsteuerschlüssel einzurichten.

 

Fälligkeit der Einfuhrumsatzsteuer

Die Fälligkeit der Einfuhrumsatzsteuer soll nach derzeitigem Stand vom 16. Tag auf den 26. Tag des Folgemonats verschoben werden. Die konkrete Umsetzung ist derzeit noch nicht klar. Diese Regelung soll zeitlich nicht befristet werden.

 

Außerordentliche Wirtschaftshilfe

29. Oktober 2020

Die Information stammen vom Bundesfinanzministerium. Den Antrag können registrierte Steuerberater, Wirtschaftsprüfer und Rechtsanwälte stellen. Wir sind bereits registriert und können, sobald es möglich ist, diesen Antrag stellen.

Textpassage aus der Pressemitteilung:

„Die Wirtschaftshilfe wird als einmalige Kostenpauschale ausbezahlt. Den Betroffenen soll einfach und unbürokratisch geholfen werden. Dabei geht es insbesondere um die Fixkosten, die trotz der temporären Schließung anfallen. Um das Verfahren so einfach wie möglich zu halten, werden diese Kosten über den Umsatz angenähert. Bezugspunkt ist daher der durchschnittliche wöchentliche Umsatz im November 2019. Der Erstattungsbetrag beträgt 75 Prozent des entsprechenden Umsatzes für Unternehmen bis 50 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Um nicht in eine detaillierte und sehr komplexe Kostenrechnung einsteigen zu müssen, werden die Fixkosten also pauschaliert. Dabei gibt das Beihilferecht der Europäischen Union bestimmte Grenzen vor. Daher werden die entsprechenden Prozentsätze für größere Unternehmen nach Maßgabe der Obergrenzen der einschlägigen beihilferechtlichen Vorgaben der EU ermittelt. Die gewährte außerordentliche Wirtschaftshilfe wird mit bereits erhaltenen staatlichen Leistungen für den Zeitraum, wie zum Beispiel Kurzarbeitergeld oder Überbrückungshilfe, oder mit eventuell späteren Leistungen aus der Überbrückungshilfe verrechnet.

Auch junge Unternehmen werden unterstützt. Für nach November 2019 gegründete Unternehmen wird der Vergleich mit den Umsätzen von Oktober 2020 herangezogen. Soloselbständige haben ein Wahlrecht: sie können als Bezugsrahmen für den Umsatz auch den durchschnittlichen Vorjahresumsatz 2019 zugrunde legen.

Die Bundesregierung arbeitet unter Hochdruck daran, die Beantragung und effiziente Bearbeitung der Hilfen so schnell wie möglich durchführbar zu machen. Daher wird auch die Möglichkeit einer Abschlagszahlung geprüft.

Die Anträge sollen über die bundeseinheitliche IT-Plattform der Überbrückungshilfe gestellt werden können (www.ueberbrueckungshilfe-unternehmen.de). Dadurch wird eine Infrastruktur genutzt, die sich in den vergangenen Monaten bewährt hat.“

Quelle: Bundesfinanzministerium

Wir halten Sie auf dem Laufenden.

 

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Weitere Anfragen können Sie unter dem Betreff ,Krisenmanagement' an info@rinke.eu senden und dort Ihr Problem adressieren.

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